Wenn du lockiges oder gewelltes Haar hast, ist es leicht, hier und da etwas auszuprobieren: eine Waschmethode da, eine Trockentechnik dort, ein "Wunderprodukt"... und trotzdem das Gefühl zu haben, dass deine Routine nicht konsistent ist.
Dieser Leitfaden hilft dir, eine vollständige Routine mit einem einfachen Ansatz aufzubauen: deine Eigenschaften identifizieren (Lockentyp, Porosität etc.), einen Reinigungsmodus wählen (CGM, Low Poo, Co-Wash oder Hybrid) und die Schritte entsprechend den Bedürfnissen deiner Haare anpassen.
Was du für den Aufbau deiner Routine brauchst
Bevor du Produkte wählst, solltest du diese Punkte klar haben:
- Lockentyp (2A-4C): gibt Orientierung für Definitionslevel und Feuchtigkeitsbedarf.
- Porosität: beeinflusst, wie dein Haar Feuchtigkeit aufnimmt und speichert.
- Textur und Dichte: feines Haar benötigt oft leichtere Produkte; dickes oder dichtes Haar verträgt (und braucht manchmal) reichhaltigere Formulierungen.
- Reinigungsmodus: CGM (original), Low Poo, Co-Wash oder ein hybrider Ansatz.
- Wasch- und Trocknungsfrequenz: wird an Fett an der Kopfhaut, Ansammlungen, Klima und Ergebnisse angepasst.
Es gibt keine einzige "richtige" Kombination: die Ergebnisse variieren und es ist normal, immer wieder anzupassen.
Entscheidungsbaum: Identifiziere deinen Lockentyp
Ein nützlicher Ausgangspunkt ist, dein Lockenmuster zu erkennen. Um es klarer zu sehen:
- Wasche mit Shampoo und Spülung.
- Lasse an der Luft ohne Produkte trocknen.
- Beobachte die natürliche Form.
Einfacher Entscheidungsbaum:
- Bilden sich Wellen in "S"-Form (lockerer)? → Typ 2 (gewellt).
- Bilden sich definierte Spirallocken? → Typ 3 (lockig).
- Bilden sich sehr enge Locken, afro/sehr lockig? → Typ 4.
Danach kannst du mit A-B-C verfeinern (A lockerer, C enger).
Im Allgemeinen:
- Engere Muster (ca. 3B–4C) benötigen oft mehr Feuchtigkeit und häufiger Produkte mit mehr Körper für die Definition.
- Wellen und lockerere Locken (ca. 2A–3A) funktionieren besser mit leichten Schichten um Beschwerung zu vermeiden.
Kritische Komponenten je nach Haareigenschaften
Über den "Lockentyp" hinaus gibt es Variablen, die oft den Unterschied machen:
- Hohe Porosität: verliert oft schnell Feuchtigkeit; manchmal hilft Versiegeln mit Ölen oder Buttern (nicht übertreiben).
- Niedrige Porosität: kann sich leicht sättigen; funktioniert oft besser mit leichten Produkten und guter Anwendungstechnik.
- Feine Textur: achte auf das "Gewicht" der Produkte (sehr dichte Cremes können die Form nach unten ziehen).
- Grobe/dichte Textur: verträgt oft reichhaltigere Cremes und eine konsistentere Fixierung.
- Beschädigtes Haar: kann von Proteinen profitieren, aber das Protein-Feuchtigkeits-Gleichgewicht ist individuell.
- Fettige Wurzel oder empfindliche Kopfhaut: priorisiere angemessene Reinigung und vermeide zu viele Schichten.
Wenn du CGM befolgst, wird meist empfohlen, Sulfate und bestimmte Silikone zu vermeiden, aber die Verträglichkeit hängt vom Modus (CGM, Low Poo oder Co-Wash) ab und davon, ob du gelegentlich tiefenreinigende Wäschen machst.
Anfänger-Routine vs. Fortgeschrittene Routine
Wenn du anfängst
Eine gute Anfangsroutine sollte einfach und wiederholbar sein:
- Reinigung: beginne mit dem Modus, der am besten zu dir passt (viele beginnen mit Co-Wash oder Low Poo).
- Spülung: konzentriere dich auf gute Anwendung und Entwirren bei nassem Haar.
- Definition: eine grundlegende Technik (z.B. Produkt auf sehr nasses Haar auftragen und scrunchen).
- Trocknung: an der Luft oder mit Fön und Diffusor vorsichtig; Plopping wenn es für dich funktioniert.
Wenn du schon länger dabei bist und optimieren willst
"Fortgeschritten" heißt nicht mehr Dinge tun, sondern mit Absicht anpassen:
- Den Reinigungsmodus je nach Ansammlung, Klima oder Kopfhautbedürfnissen ändern.
- Ein Tiefenreinigungs-Shampoo einführen, wenn du Ansammlungen bemerkst (viele machen es "wenn nötig", nicht nach festem Kalender).
- Das Feuchtigkeits-Protein-Gleichgewicht entsprechend der tatsächlichen Haarreaktion anpassen.
Häufige Fehler, die die Routine sabotieren
- Zu häufig waschen (oder zu selten) ohne Kopfhautsignale zu beachten.
- Trockenes Entwirren, was zu Bruch führt.
- Hitze übermäßig nutzen ohne Schutz oder Technik.
- Zu viele Produktschichten verwenden und Ansammlungen nicht prüfen.
- Das Haar während des Trocknens ständig berühren (erhöht meist Frizz).
Verwandte Leitfäden (für mehr Tiefe)
- Waschanleitung für Anfänger: Methode und Technik auswählen.
- Trocknungstechniken: Optionen und Anpassung.
- Wie die Modi in der App funktionieren: Unterschiede zwischen CGM, Low Poo und Co-Wash.
- Leitfaden für den Start mit Curly Girl Method: Grundlagen und Konzepte.
Ein ehrlicher Abschluss
Ein Großteil dessen, was über Lockenroutinen geteilt wird, kommt aus der Erfahrung der Community und aus guten professionellen Praktiken; die direkte wissenschaftliche Evidenz über "die perfekte Routine" ist begrenzt.
Deshalb ist meist das nützlichste: fange einfach an, ändere eine Sache nach der anderen und bleibe bei dem, was dein Haar mit Ergebnissen bestätigt.
