Silikon-Fehler bei Curly Girl Methode: So erholst du dich | Bönpello

Wenn du gerade mit der Curly Girl Methode (CGM / Curly Girl) startest und dann merkst, dass du ein Produkt mit Silikonen verwendet hast, heißt das nicht, dass du deinen Fortschritt "ruiniert" hast. Das ist ein häufiger Fehler, er lässt sich beheben – und in den meisten Fällen brauchst du nur einen guten Reinigungsplan und ein paar temporäre Anpassungen.
In diesem Guide findest du:
- Was passieren kann, wenn du Silikone in einer Curly-Routine nutzt
- Wie du dich erholst, ohne alles neu zu starten
- Wie sich der Plan je nach Routine unterscheidet (Original-CGM, Low Poo, Co-Wash)
- Woran du erkennst, dass du wieder auf Kurs bist
1) Zuerst: Das ist kein Scheitern (sondern Information)
Viele geben die Curly Girl Methode nach einem „Fehler“ auf, weil sie denken, dass es sich nicht mehr lohnt. In der Praxis läuft es oft so:
- Du nutzt einen Conditioner, eine Maske oder ein Leave-in mit Silikon
- Das Haar fühlt sich zunächst weicher an oder hat mehr „Slip“
- Mit der Zeit (manchmal schnell) entsteht ein Film- oder Schweregefühl
- Du hast das Gefühl, nichts hydratisiert, die Locken formen sich nicht oder das Haar wirkt stumpf
Die gute Nachricht: Wenn es sich um Ablagerungen handelt, kann man sie entfernen.
2) Was Silikone im Haar machen (und warum sie mit CGM kollidieren können)
Silikone sind Inhaltsstoffe, die:
- Ein glatteres Haargefühl geben
- Das Entwirren erleichtern
- Frizz reduzieren können (in manchen Fällen)
- Vor Reibung und/oder Hitze schützen können (je nach Formel)
Das Problem im Curly-Kontext ist: Viele Silikone bilden einen Film. Dieser Film kann:
- Es erschweren, dass Wasser gut in die Haarfaser gelangt
- Pflegen „wirkungslos“ wirken lassen
- Zu Ablagerungen (Buildup) führen – besonders wenn du sehr sanft reinigst
Wichtig: Nicht alle Silikone verhalten sich gleich. Manche sind leichter zu entfernen, andere deutlich hartnäckiger.
„Problematischere“ Silikone (neigen eher zu Ablagerungen)
Diese gelten oft als schwerer entfernbar oder eher film-bildend:
- Behenoxy Dimethicone
- Cetyl Dimethicone
- Stearyl Dimethicone
- Trimethylsilylamodimethicone
„Weniger problematische“ Silikone (häufig)
Einige Silikone können leichter sein oder sich besser in Wasser dispergieren, z. B.:
- PEG-modifizierte Silikone (z. B. PEG-12 Dimethicone)
- Cyclopentasiloxane (volatiler)
- Amodimethicone (oft mit selektiverer Ablagerung verbunden)
Trotzdem hängt das Ergebnis ab von:
- Rinse-out vs. Leave-in
- Menge und Häufigkeit
- Deiner Reinigungsroutine
3) Schneller Check: Brauchst du wirklich eine „Silikon-Erholung“?
Du musst wegen eines einzelnen Produkts nicht in Panik geraten. Erholung ist vor allem sinnvoll, wenn du mehrere dieser Anzeichen bemerkst:
- Das Haar fühlt sich „ummantelt“ oder schwer an
- Locken verlieren Form trotz deiner üblichen Routine
- Das Haar wirkt stumpf oder wird schnell fettig
- Wasser „perlt ab“ und das Haar wird schwer richtig nass
- Frizz nimmt zu, gleichzeitig fühlt sich das Haar seltsam an (weder sauber noch hydratisiert)
Wenn es nur einmal war und du keine Veränderung merkst: Routine beibehalten und beobachten.
4) Was tun, wenn du Silikone benutzt hast: Schritt-für-Schritt-Plan
Schritt 1: Tiefenreinigung (Clarifying Wash)
Um Silikon-Ablagerungen zu entfernen, ist meistens ein Tiefenreinigungsshampoo (Clarifying) am effektivsten – es reinigt stärker als ein sanfter Cleanser.
In vielen Curly-Routinen heißt das:
- Ein Shampoo mit Sulfaten nutzen (je nach Verträglichkeit und Bedarf)
- In manchen Fällen zweimal waschen, wenn die Ablagerungen stark sind
Wenn du nachlesen willst, was Tiefenreinigung ist und wie oft sie Sinn ergibt, siehe Locken-Reset! Tiefenreinigung ist Ihre geheime Waffe.
Was du in diesem Schritt vermeiden solltest
- Co-Wash als einzige Reinigung, wenn du Silikon vermutest: Das reicht meist nicht
- Nur mit Masken „retten“ wollen: Wenn ein Film da ist, nimmt das Haar Pflege oft schlecht auf
Schritt 2: 1–2 Waschgänge eine simple Routine
Nach der Tiefenreinigung hilft es, nicht zu überladen:
- Ein simpler Conditioner (ohne Silikone, nicht zu viele Öle/Buttern)
- Leichtes Styling (Gel oder leichte Creme)
Es ist normal, wenn sich das Haar am Anfang anders anfühlt – manchmal „ehrlicher“, weniger rutschig.
Schritt 3: Routine je nach Modus anpassen
Hier hakt es bei vielen: Derselbe Inhaltsstoff kann je nach Reinigung mehr oder weniger problematisch sein.
Original-CGM (sehr sanfte Reinigung, ohne Sulfate)
- Ablagerungen können schneller auftreten, wenn das Silikon hartnäckig ist
- Eine einmalige Tiefenreinigung ist oft der nötige Reset
- Danach wieder zur üblichen Reinigung zurück und beobachten
Low Poo
- Manchmal reicht Low Poo für leichtere Silikone, aber nicht immer für hartnäckige
- Wenn Low Poo „nicht durchkommt“: einmal tiefenreinigen, dann wieder Low Poo
Co-Wash
- Bei Ablagerungen wird Co-Wash oft ineffektiv (reinigt nicht richtig)
- In der Erholung brauchst du fast immer eine temporäre Co-Wash-Pause, um den Film zu entfernen
- Danach kannst du zurückkehren, wenn deine Routine es verträgt
Schritt 4: 1–5 Waschgänge beobachten (ohne zu übertreiben)
Eine sinnvolle Orientierung (mit individueller Variation):
- 1 Wäsche: klares „sauber“-Gefühl
- 1–3 Wäschen: der Großteil der Ablagerungen ist meist weg
- 4–5 Wäschen: das Haar passt sich an eine Routine ohne kosmetischen Film an
Das ist keine magische Zahl. Bei sehr feinem oder sehr porösem Haar kann es anders sein.
5) Wie lange dauert die Erholung – und woran merkst du Erfolg?
Gute Zeichen sind:
- Das Haar wird leichter nass (Wasser perlt nicht mehr ab)
- Produkte fühlen sich wieder wirksam an
- Locken formen sich besser, mit weniger Aufwand
- Das Film-/Schweregefühl verschwindet
Wenn nach mehreren Wäschen (z. B. 4–5) alles gleich bleibt, kann noch ein anderer Faktor eine Rolle spielen:
- Zu viele Öle/Buttern
- Ablagerungen anderer Film-Former
- Hartes Wasser
- Sehr schweres Styling
6) Was während der Erholung verwenden (silikonfreie Alternativen)
Für ein paar Wäschen sind Formeln sinnvoll, die leicht und gut auswaschbar sind.
Generell: lieber
- Leichte Conditioner
- Hydrolysierte Proteine (wenn du sie verträgst)
- Leichte Gele oder leichte Cremes
Generell: lieber vermeiden (vorübergehend)
- Schwere Öle
- Buttern (z. B. Shea), wenn sie Filmgefühl machen
- Sehr dichte Produkte, die schnell Ablagerungen bilden
Wenn du bei einem Produkt unsicher bist, ist es am praktischsten, die INCI-Liste zu prüfen und zu schauen, wie es zu deinem Modus passt.
7) „Und wenn ich wieder einen Fehler mache?“: raus aus der Schleife
Statt „Perfektion“ zu jagen, hilft ein System:
- INCI bei neuen Produkten checken
- Bei Marken-/Formelwechsel 1–2 Wäschen beobachten
- Eine Tiefenreinigung-Option für den Notfall bereithalten
Hilfreich ist auch, andere Inhaltsstoffe zu verstehen, die sich in manchen Routinen anlagern (nicht nur Silikone). Siehe z. B. Was sind Polyquats und warum sie für lockiges Haar wichtig sind, um zu verstehen, warum manche konditionierenden Polymere je nach Reinigung unterschiedlich reagieren.
Kurzfassung (das Wesentliche)
- Silikone am Anfang ruinieren deinen Fortschritt nicht.
- Bei Ablagerungen ist Tiefenreinigung oft der Startpunkt.
- Der Plan hängt vom Modus ab: Co-Wash und Low Poo brauchen ggf. temporäre Anpassungen.
- Erholung zeigt sich oft innerhalb von 1–5 Wäschen.